Das Umweltministerium Rumäniens hat kürzlich zwei Bilder veröffentlicht, die die neuen Initiativen für Biodiversitätsgebiete und Elektrozäune in Rumänien veranschaulichen sollen. Bei genauerer Betrachtung sind diese Darstellungen äußerst problematisch: Sie vermitteln ein unrealistisches Bild der Realität, und es ist besorgniserregend, wenn dies die offizielle Sichtweise des Ministeriums sein soll.
Bilder haben eine enorme Wirkung – insbesondere, wenn sie offiziell verbreitet werden. Diese Beispiele zeugen von einem Mangel an Verständnis für die tatsächlichen Bedingungen, führen zu Missverständnissen, wirken wenig überzeugend und lassen Zweifel an der Kompetenz und Glaubwürdigkeit aufkommen. Es besteht dringender Handlungsbedarf: Es werden reale Szenen benötigt, die authentische Praktiken und Herausforderungen widerspiegeln – keine KI-Collagen oder inszenierten Bilder.
Traditionelle Kulturlandschaft
Das erste Bild zeigt Menschen in traditionellen Trachten beim Heumachen auf einer Wiese, auf der gleichzeitig Kühe und Schafe weiden. In Wirklichkeit muss frisch gemähtes Gras erst trocknen, bevor es eingesammelt werden kann, und eine gemischte Herde würde niemals zur gleichen Zeit auf derselben Weide grasen. Im Hintergrund, neben dem traditionellen Dorf, befindet sich ein großes neues Gebäude, das weder zum Dorf noch zur Landschaft passt. Ist dies das Haus des Bürgermeisters, der den „Schutz” dieser Landschaft genehmigt hat, oder eine Pension, während die Dorfbewohner als „Exponate” einer längst vergangenen Realität dienen? Für Maßnahmen, die in erster Linie den strengen Schutz von Naturlandschaften gewährleisten sollen, wären andere Bilder – wie Urwälder oder Flussdeltas – viel besser geeignet gewesen als inszenierte Kulturlandschaften.

Elektrozäune und Wildtiere
Das zweite Bild zeigt einen Bären vor einem Elektrozaun mit acht Drähten, der die Winterlandschaft durchzieht. Der Zaun schützt nicht nur den einzelnen Bienenstock im Hintergrund, sondern teilt die gesamte Weide. Für Wildtiere ist er praktisch unüberwindbar – nicht nur für Bären, sondern auch für Rehe, Füchse und andere Tiere. Auf dem Gelände hinter dem Zaun befinden sich keine Haustiere, weshalb die Zäune geöffnet oder deaktiviert werden sollten, um die Durchlässigkeit für Wildtiere zu gewährleisten. Das Bild vermittelt jedoch den Eindruck einer äußerst restriktiven und potenziell gefährlichen Maßnahme, während der Begleittext von „Konfliktvermeidung ohne Schaden für die Tiere” spricht.

Beide Szenen sind für die jeweiligen Maßnahmen schlecht gewählt und für ein Ministerium, das dem Umweltschutz Vorrang einräumen sollte, unprofessionell.