Eines der Merkmale, die das Harbach-Hochland zu einem Kultur- und Umweltparadies machen, ist die vielfältige Kombination aus kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Dieses so genannte „Landschaftsmosaik“ entstand durch die Streifenbewirtschaftung, die hier seit Generationen praktiziert wird. Jeder kleine Streifen besteht aus einer anderen Kultur oder Landnutzung und wird von einem anderen Bauern des örtlichen Dorfes bewirtschaftet. Dieses Mosaik ist auf dem Satellitenbild von 2005 deutlich zu erkennen.
Leider hatten mit dem Beitritt zur EU viele ausländische Agrarunternehmen plötzlich die Möglichkeit, riesige landwirtschaftliche Flächen aufzukaufen. Das erste, was sie nach dem Erwerb dieser Flächen taten, war, sie zu großen, zusammenhängenden Feldern zusammenzulegen, wie auf dem Satellitenbild von 2018 zu sehen ist.
Diese Umwandlung von über 80 Parzellen in zwei Felder beeinträchtigt nicht nur die Heterogenität der Landschaft, sondern verringert auch die Zahl der lokalen Landbesitzer und die Möglichkeiten für Kleinbauern. Im gleichen Zeitraum sind die Grundstückspreise in dem Gebiet um das 20-fache gestiegen. Im Jahr 2019 erreichte ein Hektar Land im Kreis Sibiu einen Wert von bis zu 5.500 Euro, verglichen mit dem rumänischen Durchschnitt von 250 Euro pro Hektar im Jahr 2004.
Die Geschwindigkeit, mit der sich diese Veränderungen in dieser Region vollziehen, ist besorgniserregend. Wenn das so weitergeht, wird das Land bald von einer Handvoll ausländischer Unternehmen monopolisiert werden und nicht mehr die Kulturlandschaft sein, in der die Menschen und die biologische Vielfalt gedeihen. Jeder Teil des Mosaiks bringt eine andere Geschichte, ein anderes Erbe, andere Bedürfnisse und Wünsche mit sich. Wir wollen uns das Recht auf eine persönliche Note bewahren und gleichzeitig die Entwicklung in einem Tempo vorantreiben, das es uns ermöglicht, Lebensmittel auf den Tisch zu bringen.