Kaum ein anderes Tier bezaubert uns mit seiner anmutigen Eleganz wie das sanfte, scheue Reh. Aufgrund dieser Eigenschaften spielt es in vielen Kindergeschichten eine vertraute Rolle und ist ein Symbol für die ruhige und friedliche Weihnachtszeit.
Von Förstern und Landwirten oft als Schädling bezeichnet (weil Nutzpflanzen und junge Bäume auf dem Speiseplan der Rehe stehen), wird es intensiv bejagt und landet auch – oft zu Weihnachten – auf unseren Tellern. Obwohl Rehe Bäume fressen, darf nicht vergessen werden, dass sie durch das Aufscharren des Bodens und das Aufbrechen des Waldbodens wesentlich zur Keimung der Samen von Pflanzen wie Birke, Kiefer und Tanne beitragen. In Ökosystemen, in denen es noch große Fleischfresser gibt, wie etwa im Harbachtal, ist das Reh eine Hauptnahrungsquelle für Wolf und Luchs. Diese Raubtiere halten die Wildpopulation in Schach, und wo ein gesundes Gleichgewicht herrscht, tragen Rehe sowohl zur Erhaltung der Wälder als auch zum Schutz der Wiesen vor Überwucherung bei.

Aber das ist noch nicht alles: Es wurde festgestellt, dass in Gebieten mit vielen Rehen auch mehr Insekten in ihrem Dung leben und damit auch mehr Amphibien wie Salamander. Vogelarten verwenden das Fell, das sie im Winter abwerfen, um Nester zu bauen. Abgefallene Geweihe werden von Nagetieren wegen ihres hohen Kalzium- und Phosphorgehalts besonders geschätzt. Auch der Tod hat seine Funktion: Die Kadaver von totem Wild dienen vielen Tierarten als Nahrung. Diese Tiere bilden somit die Grundlage für das Ökosystem und fördern die gesamte Artenvielfalt.
Sieh nur, wie schön diese Tiere sind und uns so viel geben!

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